Am Wochenende verwandelt sich der geschichtsträchtige Matthäikirchhof im Herzen Leipzigs in einen lebendigen Ort kultureller und gesellschaftlicher Auseinandersetzung. Die Initiative Leipzig plus Kultur veranstaltet dort ein Festival und Symposium zum Wert der freien Kulturszene. Ziel ist es, das lange vernachlässigte und scheinbar abgeriegelte Areal des so genannten Stasi-Riegels als temporären Kultur- und Demokratieort neu zu bespielen und die Vielfalt der Leipziger freien Kulturszene sichtbar zu machen. Eröffnet wird das Wochenende mit Vorträgen, Workshops und Podiumsgesprächen, bei denen sich ExpertInnen und AkteurInnen der freien Kulturszene und Politik über den Wert der Kultur austauschen. (Unkostenbeitrag für das Symposium 15 €, Anmeldung per E-Mail erbeten, Programm)
Klavier im Doppel: Johannes Wasikowski & Andreas Wolff
Klavier im Doppel: Johannes Wasikowski & Andreas Wolff
Robert-Koch-Park, Haus 4
von: LEIPZIG eintrittsfrei
Andreas Wolff und Johannes Wasikowski sind zwei aufstrebende Vertreter der zeitgenössischen Klaviermusik in Deutschland. Zu den Leipziger Tastentagen laden sie das Publikum zu einer intimen, meditativen Klangreise ein, mit der sie bewusst einen Gegenpol zum lauten, hektischen Alltag setzen. Beide Musiker haben einen unterschiedlichen Hintergrund, aber sie eint die Liebe zur Musik von Größen wie Yann Tiersen, Nils Frahm oder Hania Rani. Und auch ihre eigenen Kompositionen sind voller Klarheit - introvertierte Schätze und Landschaften zum Hören. (Eintritt frei)
Eröffnung: Forstschritt & Widerrede - Grafiken von Susann Hoch und Hans Bote
Eröffnung: Forstschritt & Widerrede - Grafiken von Susann Hoch und Hans Bote
hochdruckpartner Galerie+Werkstatt, Lützner Straße 85
von: LEIPZIG eintrittsfrei
Bei hochdruckpartner eröffnet am Abend eine Ausstellung mit Grafiken von Hans Bote und Susann Hoch. Zur Eröffnung findet ein Künstlergespräch der Ausstellenden miteinander statt. In ihrem Werdegang gibt es einige Gemeinsamkeiten: So haben beide nicht nur an der Hochschule für Grafik und Buchkunst studiert, sondern sie waren dort auch Meisterschüler und -schülerin. Hans Bote und Susann Hoch kennen und schätzen das Leipziger Museum für Druckunst durch ihre Mitarbeit in diesem Haus. Und nicht zuletzt gehören beide zum Team von hochdruckpartner, sowohl Werkstatt als auch Galerie, in der das künstlerische Handwerk der Druckgrafik gepflegt und weitergegeben wird. (zu besichtigen bis zum 14.11.2026, Mi–Fr: 14–18 Uhr, Sa: 12–17 Uhr, Eintritt frei)
Eröffnung: Pool und Prime - Holzschnitte von Gabriela Jolowicz
Eröffnung: Pool und Prime - Holzschnitte von Gabriela Jolowicz
Museum für Druckkunst Leipzig, Nonnenstraße 38
von: LEIPZIG eintrittsfrei
Mit „Pool and Prime“ präsentiert das Museum für Druckkunst großformatige Holzschnitte der Berliner Künstlerin Gabriela Jolowicz. Die Absolventin der HGB gehört heute zu den wichtigsten Stimmen des zeitgenössischen Holzschnitts in Deutschland. Ihre detailreichen Schwarz-Weiß-Arbeiten verwandeln mit feiner Ironie Szenen des Alltags in vielschichtige Bildwelten und zeigen, wie aktuell die traditionelle Technik des Holzschnitts sein kann. Ein zentrales Element der Ausstellung ist ihr imposantes Holzschnitt-Panorama, das für die Ausstellung um einen Leipzig-Bezug ergänzt wurde. (Eintritt zur Eröffnung frei, sonst 6 / 4 €, geöffnet bis zum 14.02.2027, Mi–Fr: 10–17 Uhr, Sa+So: 11–17 Uhr)
sogno/suono - Soloprojekt mit präparierter Violine, Stimme & Electronics
sogno/suono - Soloprojekt mit präparierter Violine, Stimme & Electronics
Alte Dorfkirche, Schönauer Straße 245
von: LEIPZIG eintrittsfrei
Zum Grünauer Kultursommer spielt Ronja Sophie Putz ihr Soloprogramm „sogno/suono“ (Video). Darin beschäftigt sich die Kammermusikerin, Solistin und Performerin mit der Klangwelt von Geige und menschlicher Stimme. Bei ihr wird die Violine zur Verlängerung des Körpers, ihr Klang zur Verlängerung der Stimme. Dafür nutzt sie ungewöhnliche Mittel und präpariert ihr Instrument beispielsweise mit Schrauben und Vibratoren. Die akustischen Illusionen spielen mit der Wahrnehmung des Publikums und öffnen die Ohren für das Grenzland zwischen Klang und Stille. Es erklingen Werke von Jacopo Salvatori, Graciela Paraskevaídis, Tom Smith und eigene Kompositionen. (Eintritt frei)
Eine Frau kann nicht mehr. Der ärztliche Rat hat sie in ein Zimmer mit gelber Tapete verbannt. Dort soll sie absolute Ruhe haben. Stunde um Stunde starrt sie auf die Tapete mit ihrem verworrenen Muster, das eine immer stärkere Faszination auf sie ausübt. Bald glaubt sie, dahinter Gestalten zu erkennen, die Nacht für Nacht deutlicher werden. Das Theaterstück mit dem Freien Ensemble Jedermensch geht auf eine Kurzgeschichte von Charlotte Perkins Gilmans zurück, die darin von eigenen Erfahrungen mit Depressionen und deren Behandlung berichtet. Heute gilt die Erzählung über eine eingesperrte Frau als feministischer Schlüsseltext. (Karten zu 12, 8 oder 5 € online reservieren)