Das Gegenteil von Leerstand, Karl-Liebknecht-Straße 22
von: LEIPZIG eintrittsfrei
In seinem neuen Buch „Katerland“ beschreibt Georg Schomerus das Spannungsfeld, in dem wir Alkoholkonsum zwischen vermeintlicher Verantwortung und Lebenskunst oder Verantwortungslosigkeit und Unmoral verstehen. Mit Stimmen von Personen, die selbst betroffen waren, umreißt er die Rolle der Substanz, die beinahe zum Kulturgut erhoben wird. Er zeigt, wie gesellschaftliche Normen, Vorurteile und wirtschaftliche Interessen den Umgang mit Alkohol prägen, Betroffene ausgrenzen und notwendige Veränderungen erschweren. Mit dem Autor werden die Gedanken des Buches aufgriffen und darüber diskutiert, wie wir als Gesellschaft mit Alkohol und Abhängigkeit umgehen. (Eintritt frei)
„Die größte Erfüllung“ ist die Geschichte zweier gegensätzlicher Freundinnen: Lore verzweifelt an der Monogamie, Esi möchte eigentlich gar keinen Sex und verdrängt, dass sie asexuell ist. Jahrelang sind sich die beiden ein fester Halt, bis sie Ende dreißig die Sehnsucht einholt, wie alle zu sein. Ein Mann, ein Haus, eine Familie. Doch wer belügt sich besser? Im Roman von Sonja Weichand geht es um weibliche Sexualität und das Tabu, zu wenig oder zu viel davon zu wollen. Nach der Lesung gibt es Raum, um mit der Autorin in Gespräch zu kommen. Wie können alte Denkmuster durchbrochen werden? Und wie könnte eine Welt aussehen, in der von Frauen nichts erwartet wird - außer sie selbst zu sein? (Eintritt auf Spendenbasis)
Lesung & Gespräch: sinthujan varatharajah - „wo zeit stehen bleibt“
Lesung & Gespräch: sinthujan varatharajah - „wo zeit stehen bleibt“
Buchhandlung Rotorbooks, Kolonnadenstraße 5-7
von: LEIPZIG eintrittsfrei
Wer darf reisen, wer wird aufgehalten? Das neue Buch von sinthujan varatharajah untersucht die ungleich verteilte Freiheit, sich durch die Welt zu bewegen. Tourismus erscheint dabei nicht als harmlose Freizeitbeschäftigung, sondern als westliche Kulturpraktik, die eng mit Privilegien, Grenzen und kolonialen Machtverhältnissen verbunden ist. Poetisch und politisch zugleich richtet varatharajah den Blick auf eine Welt, in der Orte für die einen jederzeit erreichbar sind, für andere jedoch unerreichbar bleiben. Die Moderation des Abends im Rahmen der euro-szene Leipzig übernimmt der Journalist und Podcaster Kais Harrabi. (Eintritt frei, Anmeldung per E-Mail erbeten)
„Gefeiert und Vergessen?“ - Lesung mit Allmuth Behrendt
Im Rahmen von „Tacheles – Jahr der jüdischen Kultur“ liest Allmuth Behrendt aus ihrem Buch „Gefeiert und Vergessen?“. Die Musikwissenschaftlerin hat sich in einer einzigartigen Recherche auf die Spuren von verfolgten und oft vergessenen jüdischer KünstlerInnen begeben, die an den Leipziger Theatern wirkten - bekannte Gesangs-„HeldeInnen“ und Lieblinge des Repertoiretheaters, die ihr Publikum begeisterten. 120 biographischen Skizzen erinnern an Solisten und Dirigenten, Regisseure und Bühnenbildner, Musiker und Assistenten. Sie werden aber auch stellvertretend für jene benannt und gewürdigt, deren Namen und Geschichten bislang unbekannt sind. (Eintritt frei)
Der Verein Leipziger Bibliophilen-Abend hat sich das Ziel gesetzt, zur Pflege der Buchkultur beizutragen und besonders die Leipziger Buchkunst zu unterstützen. Deshalb werden AutorInnen und KünstlerInnen durch die Herausgabe eigener bibliophiler Drucke gefördert. In der Reihe „Paradiesische Dialoge“ ist gerade die zweite Ausgabe „Fischdiebe“ mit Prosaminiaturen der Schriftstellerin Anja Kampmann und fünf Grafiken des Malers Frank Berendt erschienen. In der Connewitzer Verlagsbuchhandlung präsentieren beide zusammen mit dem Leipziger Bibliophilen-Abend den Kunstband und Anja Kampmann liest aus ihren neuen Texten. (Eintritt frei)
Im Literaturhaus Leipzig soll der Lyriker Andreas Reimann, sein runder Geburtstag und seine neuen Bücher gebührend gefeiert werden: Neben einer Festrede und Würdigung werden „die augen des chamäleons“ mit vierzehn klassische Oden und „Der Amselhahn im Raben im alten Mann. Neue Sonette“, ein Gedichtband der Connewitzer Verlagsbuchhandlung, vorgestellt. Der Jubilar wird Gedichte aus diesen Büchern vortragen und als Höhepunkt interpretieren Carolin Masur und Martin Reik Lieder nach Texten von Andreas Reimann. Zum Abschluss spielt Mario Schneider eine Komposition des Autors am Klavier. (Eintritt frei)
Lesung & Publikumsdiskussion: Virgenie Blei „Wogen des Lebens“
Lesung & Publikumsdiskussion: Virgenie Blei „Wogen des Lebens“
Soziokulturelles Zentrum Frauenkultur, Windscheidstraße 51
von: LEIPZIG eintrittsfrei
„Wogen des Lebens“ ist ein Reisedrama, in dem sich die junge Protagonistin durch unglückliche Umstände an einem Ort wiederfindet, an dem sie niemals sein wollte. Mit der Realität, die sie dort erwartet, kommt sie nur schwer zurecht. In ihren Träumen flüchtet sie deshalb immer wieder an einen persönlichen Kraft-Ort - an die Trauminseln, auf denen sie eigentlich sein möchte. Mit der Lesung möchte die Autorin Virginie Blei Mut machen, über die eigenen Wünsche und Möglichkeiten nachzudenken und den Gedanken vermitteln, dass auch unerwartete Wege zu neuen Perspektiven führen können. (Eintritt nach Selbsteinschätzung)
Sie waren jung und sie waren auf der Suche nach sich selbst. Das Regime zeigte ihnen die engen Grenzen. Ihr Weg führte sie als Sprayer vor die verfallenden Fassaden der Klassiker-Stadt Weimar, in den Stasi-Knast, in die Nischen der Subkultur, in den Westen. „Macht aus dem Staat Gurkensalat“ ist kein Buch über Spreewaldgurken, Trabis, Knusperflocken oder Ampelmännchen. Es ist die Geschichte einer unangepassten Jugend im untergehenden Sozialismus der DDR - rebellisch, romantisch, schonungslos. Die ZuhörerInnen erwartet besonderer Leseabend mit den Autoren Jörn Luther, Holm Kirsten, Ulrich Jadke und Thomas Onißeit sowie dem Herausgeber des Buches Rüdiger Haufe. (Eintritt frei)
Das Gegenteil von Leerstand - Talk: Gentrifizierung
Das Orga-Team der Initiative: Dennis, Attila, Maxi und Maxim, Foto: Initiative „Das Gegenteil von Leerstand"
Das Gegenteil von Leerstand - Talk: Gentrifizierung
ehemalige Haushaltswaren Rauch, Karl-Liebknecht-Straße 22
von: LEIPZIG eintrittsfrei
Im August musste Haushaltswaren Rauch seinen Laden auf der Karli aufgeben, weil der neue Hauseigentümer die Miete verdoppelte. Das alteingesessene Geschäft fand glückerlicherweise eine Fläche gleich auf der anderen Straßenseite. Seitdem stellen die Inhaber und die Initiative „Das Gegenteil von Leerstand" den alten Laden bis zum Jahresende zur Zwischennutzung für alle zur Verfügung - und laden heute zum Gespräch ein: Die Karli war einmal Leipzigs erste Kneipenmeile und einer der ersten Orte, an denen Gentrifizierung sichtbar wurde. Wie hat sich der Kiez seitdem verändert? Wie sieht er heute aus, und wie fühlt es sich an, hier zu leben? (Eintritt frei)
ImproPita - Kunst & Küche für alle
Aufführung bei der letzten ImproPita, Foto: R. Ismael
ImproPita - Kunst & Küche für alle
Das Gegenteil von Leerstand, Karl-Liebknecht-Straße 22
von: LEIPZIG eintrittsfrei
ImproPita ist ein Abend, an dem improvisierte, spartenübergreifende Kunst auf gemeinsames Kochen und Genießen trifft. Etwa 30 MusikerInnen und KünstlerInnen gestalten ein dreistündiges Kunst- und Musikprogramm mit acht Beiträgen aus Musik, Performance, Literatur und bildender Kunst. Die VeranstalterInnen möchten, dass „sich die Bühne in einen magischen Zustand verwandelt, in eine lebendige Komposition aus verschiedenen Kunstrichtungen, die sich zu einem Bild vereinen“. Dazu gibt es eine Küfa (Küche für alle) mit Linsensuppe und veganem Apfelkuchen. (Eintritt auf Spendenbasis)
Der Freundeskreis Science Fiction e. V. lädt zu Detektivgeschichten aus einer nahen Zukunft in das Literaturhaus ein. Geschichten, die die ohnehin schon aus den Fugen geratene Gegenwart noch auf die Spitze treiben: Die EU hat den Krieg gegen Russland verloren ... Deutschland wurde wieder in Besatzungszonen aufgeteilt ... Ostdeutschland soll Nordkorea zugeschlagen werden ... Im Buch „Halbhorsts Erzählungen“ kommt hier die Dedektei Halbhorst ins Spiel, spezialisiert auf mögliche Entwicklungen und Handlungsoptionen, um wenigstens letzteres noch zu verhindern. (Eintritt 2 €)
Volly Tanner gilt als Urgestein der Leipziger Literaturszene. Doch sein letztes Buch erschien vor 12 Jahren. Danach zog sich der Autor, Journalist und Sänger zurück. Irgendwann begann es in ihm aber wieder zu vibrieren, seine Gedanken brauchten ein Ventil und das ist glücklichwerweise Literatur. Im Oktober erscheint der Erzählband „Narr unter Nattern“. Volly Tanner ist ein Suchender: „in einem Moment tiefster Zweifel, angestoßen vom großen schwarzen Hund ... findet Wärme und Intelligenz, Philosophie und Humor und die Weisheit anderer, denen er Fragen stellen kann“. Und Tanner liest auch wieder. Er macht sich Gedanken, entert ihm geöffnete Bühnen, fordert Würde und Freundlichkeit ein und singt vielleicht sogar ein Lied dazu. (Eintritt frei)
Mehr als ein Märchen: 100 Jahre Werner Heiduczek und „Das verschenkte Weinen“
Die Stadtbibliothek Leipzig veranstaltet mit der Leipziger Künstlerspur und Rosas Salon einen Abend zu Ehren des Schriftstellers Werner Heiduczek. Nach der Begrüßung durch Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke folgt ein Podiumsgespräch mit dem Schriftsteller Clemens Meyer, Jan Emendörfer, ehemaliger Chefredakteur der LVZ und Dr. Helmuth Markov von der Initiative Künstlerspur. Danach wird Heiduczeks autobiografischer Roman „Tod am Meer“ vorgestellt, der gerade im Mitteldeutschen Verlag in einer Neuauflage erschienen ist. Zum Abschluss führt die Komponistin und Pianistin Marion von Tilzer gemeinsam mit Julija Hartig (Geige), Ketevan Roinishvili (Cello) und dem Sprecher Alexander Pensel „Das Verschenkte Weinen“, ein Kunstmärchen des Jubilars, auf. (Eintritt frei)
„Falls jemand fragt, wer wir waren“ - Lesung mit Eva Kranenburg
„Falls jemand fragt, wer wir waren“ - Lesung mit Eva Kranenburg
Bibliothek Paunsdorf, Platanenstraße 37
von: LEIPZIG eintrittsfrei
Als Rena spurlos verschwindet, macht sich ihre beste Freundin Tilla auf die Suche nach ihr. Doch schnell merkt sie: Nichts von dem, was Rena über sich erzählt hat, ist wahr. Um so verzweifelter Tilla nach ihrer Freundin sucht, umso klarer treten die Abgründe der noch jungen DDR hervor. Als sich die brodelnde Unzufriedenheit in der Bevölkerung schließlich im Volksaufstand des 17. Juni entlädt, muss sie sich entscheiden, wie weit sie gehen will, um die Wahrheit herauszufinden. Eva Kranenburg liest aus ihrem Roman über Freundschaft und Verrat, Ideale und deren Schattenseiten. (Eintritt frei)
Von Traum und Erinnerung - Doppellesung mit Lea Rohrmoser und Ariel Bineth
Von verzweifelter Verlassenheit bis zum unbedarften Freudenrausch, von philosophischer Betrachtung bis zum sexuellen Extrem dokumentieren Lea Rohrmosers 39 Traummanuskripte in „Das schlafende Auge“ ein nächtliches Seelenleben. Texte zwischen Kurzprosa und Gedicht, die je nach Perspektive die eine oder andere Bedeutung widerspiegeln. In Ariel Bineths Gedichtband „zwie-spalt“ geht es um die Spuren, die Veränderung und Verluste hinterlassen. Wer sind wir noch, wenn wir loslassen, was schon längst vergangen ist? Bei dieser Lesung erkunden zwei ganz unterschiedliche literarische Stimmen innere Welten und äußere Wirklichkeit. (Eintritt frei)
„Die Summe seiner Teile“ - Comiclesung & Ausstellungseröffnung
„Die Summe seiner Teile“ - Comiclesung & Ausstellungseröffnung
Moritzbastei, Ratstonne, Kurt-Masur-Platz 1
von: LEIPZIG eintrittsfrei
Bleibt ein digitalisiertes Bewusstsein tatsächlich ein Mensch? Nach einem schweren Autounfall gibt es für Maras Liebe Joshua keine Hoffnung mehr, doch ein neurowissenschaftliches Forschungsprogramm verspricht, das Bewusstsein einer todgeweihten Person mit einer digitalen Kopie ihres Gehirns zu erhalten. Anfangs ist es wie ein Traum für Mara, aber bald entstehen Spannungen ... In ihrer hochaktuellen Science-Fiction-Erzählung gehen Julia Zejn und Matthias Lehmann der Frage nach, was einen Menschen ausmacht, welche Folgen die Verschmelzung von Mensch und KI hat und wo die Grenzen der Medizin liegen. Im Anschluss an die Lesung sprechen beide über ihre Arbeit an dem Buch und eröffnen die Ausstellung im Café der Moritzbastei. (Eintritt 5 €)
In ihrem neuen Buch erzählt Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch begann, wird nun von immer mehr Ostdeutschen in Zweifel gezogen - die Demokratie. Die Autorin schreckt nicht vor harten Wahrheiten zurück, reiht sich aber nicht in gängige Erzählungen über den Osten ein und zeigt, dass sie sich seit ihrem Bestseller „Zonenkinder“ die eigene Perspektive und den erzählerischen Ton bewahrt hat. Das Buch erschien vor den letzten Landtagswahlen. Im Gespräch der Friedrich-Ebert-Stiftung richtet Jana Hensel gemeinsam mit der Journalistin Claudia Euen den Blick auf die Entwicklungen der vergangenen Monate. (Eintritt frei, Anmeldung nötig)