Ein Rave mitten im Leipziger Zentrum? Am Freitag wird es ihn schon zum zweiten Mal geben. Nach dem großen Erfolg von „Remember 90s Rave Culture“ im letzten Jahr haben sich der NachtRat Leipzig, das Museum der bildenden Künste und das Stadtgeschichtlichem Museum erneut zusammengetan und veranstalten einen Rave mit vielen Specials. So wird es unter anderem einen kostenlosen DJ-Workshop geben, Tattoos von FLUX und Tattoo Kiosk und Drag Performances von Flamboyish & Rasheeda. Die DJs werden kuratiert von fem*vak, einem Netwerk, das queere KünstlerInnen und AkteurInnen der elektronischen Musikszene fördert. (Eintritt frei)
In der Leipziger Tapetenfabrik „Langhammer und Söhne“ (gegründet 1873) wurde noch bis 2006 gearbeitet. Seit dem Ende der Produktion wird die historische Fabrikanlage schrittweise ausgebaut, um Räume für Kreative zu schaffen - für Kunst, Design, Architektur und Handwerk. Zweimal im Jahr öffnen die Galerien, Ateliers und Werkstätten für ein Wochenende ihre Türen. Auftakt ist jedes Mal ein großes Fest am Vorabend. Bei der nunmehr 36. Ausgabe können BesucherInnen wieder die Kunsträume besuchen sowie Musik, Essen & Trinken genießen. Bis Mitternacht gibt es die Möglichkeit für viele Gespräche und ein buntes Treiben in allen Räumen und im Innenhof. (Eintritt frei, Programm)
Schtreik! Offenes Kultur- und Gemeinschaftszentrum, Theodor-Neubauer-Straße 38
von: LEIPZIG eintrittsfrei
Impropita ist ein Abend, an dem improvisierte Kunst auf gemeinsames Kochen und Genießen trifft. Dabei treten über 30 KünstlerInnen aus unterschiedlichen Ländern auf. Sie alle nutzen die Improvisation als universelle Sprache, mit der alle Beteiligten kommunizieren, einander kennenlernen und sich gegenseitig inspirieren können. Die VeranstalterInnen möchten, dass „sich die Bühne in einen magischen Zustand verwandelt, in eine lebendige Komposition aus Musik, bildender Kunst, Tanz, Performance, Theater und Literatur die sich zu einem Bild vereinen“. Das gemeinsame Essen rundet diesen kunstvollen Abend ab. (Eintritt auf Spendenbasis)
Heidi Specker: DamenzimmerHerrenschnitt. Eine Hommage an Aenne Biermann
Selbstporträt von Aenne Biermann 1931, Foto via Wikimedia Commons, gemeinfrei
Heidi Specker: DamenzimmerHerrenschnitt. Eine Hommage an Aenne Biermann
Galerie für Zeitgenössische Kunst, Karl–Tauchnitz–Straße 9–11
von: LEIPZIG eintrittsfrei
Die heute öffnende Ausstellung ist das Ergebnis von Heidi Speckers mehrjähriger Auseinandersetzung mit der jüdischen Fotografin Aenne Biermann. In den 1920er Jahren wurde aus der Autodidaktin eine wichtige Vertreterin der Avantgarde-Fotografie. Sie trug die Haare kurz, einen „Herrenschnitt“, und ließ ihr Arbeitszimmer von einem angesagten Architekten gestalten. Ihre Fotografien zeichnet das „Neue Sehen“ aus, die intensive Betrachtung der unmittelbaren Umwelt sowie ungewöhnliche Perspektiven auf Menschen und Dinge. Heidi Specker empfindet Themen und Kompositionen Aenne Biermanns nach und übersetzt sie in die Gegenwart. (zu sehen bis zum 10.01.2027, Di–Fr: 14–19 Uhr, Sa–So: 12–18 Uhr, Eintritt zur Eröffnung und jeden Mittwoch frei)
Immer häufiger sind es Female Artists, die der Popkultur ihren Stempel aufdrücken und endlich die Aufmerksamkeit und Anerkennung erhalten, die ihnen lange Zeit verwehrt blieb. Nach „These Girls“ und „These Girls, too“ erscheint im Ventil Verlag nun ein dritter Band. In „These Girls Forever!“ wird die feministischen Musikgeschichten fortgeschrieben und um Künstlerinnen wie Barbra Streisand, Betty Davis, Judith Holofernes oder Sinéad O’Connor erweitert. Neun AutorInnen schreiben aus persönlicher Perspektive über gefeierte wie übergangene Musikerinnen und eröffnen neue Blickwinkel auf die Ikonen der Popkultur. Ein inspirierender Abend mit Herausgeberin Juliane Streich und AutorInnen des Buches (Spendenempfehlung 5–15 €)
Es ist paradox: Einerseits nutzen wir Rausch und Ekstase, um die Wirklichkeit zu überwinden, andererseits wissen wir wenig darüber, wo das künstliche Paradies endet und wo es anfängt, krankhaft zu werden. In „Der verbotene Rausch“ geht der Soziologe und Politikwissenschaftler Robert Feustel der Sicht auf „Rauschgift“ in Medizin, Politik und Popkultur nach und legt nahe, vermeintliche Gewissheiten differenzierter zu betrachten. Der Psychiater und Psychotherapeut Georg Schomerus untersucht in „Katerland“ den Alkoholkonsum im Spannungsfeld von „Lebenskunst“ und „Verantwortungslosigkeit“. Bei der Lesung ergänzen beide Autoren ihre Perspektiven und auch das Publikum ist eingeladen, Meinungen und Erfahrungen einzubringen. (Eintritt frei)