Die Zentrale für Kunst ist ein junger Kunstverein aus Leipzig mit dem Schwerpunkt Malerei, der angehenden KünstlerInnen eine Plattform bieten möchte. Wie im letzten Jahr veranstaltet der Verein deshalb eine große Gruppenausstellung in der Werkschau Halle 12 der Baumwollspinnerei. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit frei gewählten Formen von Verbundenheit. Gezeigt werden künstlerische Arbeiten von 36 TeilnehmerInnen, die sich nicht über ein Bewerbungsverfahren, sondern über Einladungen zusammenfinden - basierend auf Nähe, Resonanz und gemeinsamen Interessen. Zur Eröffnung warten eine gut gefüllte Bar, DJs und Sorian Filbereisen. (zu sehen bis zum 1. November, Mi–Fr: 16–19 Uhr, Sa: 12–19 Uhr, So: 12–16 Uhr, Eintritt frei)
Adel Karasholi liebt seit über sechzig Jahren dieselbe Frau. Und Leipzig, die Stadt, in der er lebt. Und die deutsche Sprache, in der er schreibt. An diesem Abend wird er mit Lesungen, Gesprächen und Würdigungen seines vielseitigen Schaffens geehrt und zugleich sein neues Buch „Herbstsommer“ vorgestellt. Es enthält Liebesgedichte aus sechs Jahrzehnten - von frühen Versen aus Damaskus bis zu seinen unverwechselbaren deutschen Gedichten, vorgetragen von Schauspieler Jörg Uwe Schröder. Nach der Begrüßung durch Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke hält der Literaturwissenschaftler Felix Latendorf eine Laudatio, gefolgt von einem Podiumsgespräch mit Thorsten Ahrend, Leiter des Literaturhauses Leipzig, und der Verlegerin Lea Martin. (Eintritt frei)
Motte verliert sich in einer rätselhaften, verführerischen und möglicherweise gefährlichen Welt. Eine Welt, in der man sich auf kaum etwas verlassen kann, und deren Regelwerk kaum zu durchblicken ist. Motte, stets auf der Suche nach Verbindungen und Begegnungen, gerät zusehends in Bedrängnis, denn das, was ihr hier begegnet, ist irgendwie nur im entferntesten Sinne menschlich … Das Stück des Freien Ensembles Jedermensch entführt das Publikum mit Marionettentheater und sechs TänzerInnen in diese eigenartige Welt. Es erzählt von Einsamkeit und Isolation und stellt menschliche, soziale Grenzen dem gegenüber, was uns im virtuellen Raum unserer digital überformten Welt ständig begleitet. (Karten 8-10 €, online reservieren)
Kulturbar froelich & herrlich im Westflügel, Hähnelstraße 27
von: LEIPZIG eintrittsfrei
Funk trifft auf Rock, Soul & Jazz. Was dabei heraus kommt nennt sich „The Keeds“ und meint eigentlich „tanzen, bis der Arzt kommt“, denn die acht MusikerInnen der Leipziger Funkband verstehen ihr Handwerk. In der Kulturbar froelich & herrlich lassen Rhythmus genau auf dem Punkt und treibende Bässe keinen Fuß stillstehen. Die Riffs sind mal hart, mal kuschelig und das Ganze wird gepaart mit der einmaligen Stimme der umtriebigen Sängerin Nora Lyn Handschuh (Video). Also, Tanzsandaletten anziehen und ab aufs Parkett! (Eintritt frei, Spende erbeten)
Sex und Wut gehören wahrscheinlich zu den Ausdrucksformen menschlichen Daseins, die am stärksten durch koloniale und patriarchale Machtausübung verdrängt, verzerrt und beschämt wurden. Die Performance widmet sich der tiefen Verbindung und vor allem der Sprengkraft von Lust und Wut. Wie können diese Kräfte als spirituelle Ressource dienen? Und wie können sie als magischer Motor kollektiver Veränderungen wirken? Drei Künstlerinnen suchen nach Antworten und verbinden in „Sex and Rage. Eat me raw“ Performance, Ritual und Klang zu einer Erfahrung zwischen Widerstand und Fürsorge. (Karten 18 / 13 € , Leipzig-Pass: 9 €, Soli-Preis: 25 €)
Im Mühlkeller wird es schrill, bunt, laut und queer: Zu Flying Earrings meinen Kritiker, sie „liefern mutigen Indie-Rock mit scharfen Gitarrenriffs und selbstbewusstem Gesang“, aber auch, dass sie „nicht subtil genug und zu direkt“ sind - was Absicht ist. Auf der Bühne und in ihren Songs feiern sie Queerness, Intimität, große Gefühle und radikale Emotionen (Video). Das Duo LAYYERS unternimmt den Versuch, sich mit unkonventionellem Sound, performativen Elementen, Irritation und Brüchen (Video) aus „ansozialisiertem Scheiß und glattgebügelten Erwartungen“ zu befreien. Als Zugabe gibt es eine Drag Performance von Pauli Gay Me. (Eintritt 5 €)