David Schnell setzt sich intensiv mit Raum, Form, Farbe und Licht auseinander. Er nutzt klare geometrische Formen, um urbane Architektur oder dichte, natürliche Landschaften zusammenzusetzen. Der Titel der Ausstellung, VERTIGO, bezeichnet im Medizinischen einen Schwindelzustand, eine subjektive Wahrnehmung, die durch das Gefühl ausgelöst wird, der eigene Körper oder die Umgebung würde sich bewegen. Das verleiht David Schnells Werken einen körperlichen Charakter. Gleichzeitig verweist diese Erfahrung auf die Suche nach Halt und Orientierung in einer schnelllebigen und von Krisen geprägten Gegenwart. Neben neuer Malerei umfasst die Ausstellung eine Arbeit am Glaskubus der Galerie, die sowohl innen als auch von der Stadt aus zu sehen sein wird. (zu besichtigen bis zum 31. Januar 2027, Mi: 15–20 Uhr, Fr–So: 12–17 Uhr, Eintritt frei)
Literarischer Herbst: Heike Geißler erhält den Sächsischen Literaturpreis 2026
Nicht allein für ihren aktuellen, viel besprochenen Roman „Michaela Kohlhaas“ erhält die Leipziger Schriftstellerin Heike Geißler den Literaturpreis. Ausgezeichnet wird sie für ihr Gesamtwerk, über das die Jury unter anderem schreibt: „... in ihrer Literatur macht sie es sich und ihren Leser:innen nicht leicht, sie ringt und denkt und fragt. Heike Geißler ist eine dezidiert an der Gegenwart und an den gesellschaftlichen Verhältnissen arbeitende Autorin, deren Texte aber nie verbissen gearbeitet oder sich verbeißend sind, sondern fragend, ab und an zärtlich, oft sachte im Verzweifeln begriffen.“. Die Laudatio hält Anke Schleper, Mitinhaberin der Leipziger Buchhandlung Rotorbooks. (Eintritt frei)
SPLNK, Radweg zwischen Gießer- und Naumburger Straße
von: LEIPZIG eintrittsfrei
Es ist verblüffend, wie poetisch Friesisch klingen kann. Zu hören ist das auf „In lichem fol beloften“, dem neuen Album (Video) des Amsterdamers Arnold de Boer, alias ZEA. Man spürt, wie wichtig dem Künstler diese Texte sind. Im Wesentlichen wird darin das Hier und Jetzt verhandelt. Themen sind unter anderem das Alter, körperliche Beschwerden, Verluste und der Tod. Unter dem Namen ZE4 versteht er es mit den Musikerkollegen Xavier Charles (Klarinette), Harald Austbo (Cello) und Ineke Duivenvoorde (Schlagzeug) wunderbar, zu den einzelnen Texten passende Arrangements zu finden. (Eintritt auf Spendenbasis)
Der Liedermacher NORRIS bezeichnet sich selbst als vertontes Herrengedeck und lässt sich nieder, wo man sein Ego streichelt und ihm ein Bier kredenzt. Das ist heute die gemütliche Blockhütte des Wilden Heinz. Dort wird er zu Gitarre und Ukulele über namenlose Bars, suizidale Mäuse, Beischlafgewohnheiten am Baggersee oder andere wichtige Themen (Video) singen. Fragen, die man sich nie gestellt hat, werden beantwortet. Doch eine Frage bleibt: Hab ich die Tür abgeschlossen? (Eintritt frei, der Hut geht rum)